CDU Sinzig zum Neubau eines Gebäudes für die Stadtwerke

2022.05.18

Gute Entscheidung für den Klimaschutz

Der Werksausschuss der Stadt Sinzig hat sich zweimal – im März und im Mai 2022 – mit der Planung zu Errichtung eines neuen Gebäudes für die Stadtwerke beschäftigt. Hierzu folgende Informationen:

1. Der Stadtrat hat beschlossen, bei städtischen Neubauten „Energieplus Gebäude“ zu planen und einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Berücksichtigung der Betriebskosten zu unterziehen. Der Stadtratsbeschluss sieht keinen Automatismus zur Erreichung einer minimalen oder Null CO2 Emission vor, sondern stellt die Entscheidung unter den Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit. Genau deshalb trat der Werksausschuss zweimal zusammen: um zu klären, ob ein erhöhter Aufwand für eine Wärmedämmung im Sinne einer Wirtschaftlichkeit gerechtfertigt ist. Die Wirtschaftlichkeit der Errichtung und des Betriebes eines Gebäudes der Wasserwerke betrifft uns alle, denn es besteht ein direkter Einfluss auf die Gebührenhöhe für Frischwasser und Abwasserentsorgung.

2. In der Märzsitzung wurde mit den Stimmen aller Fraktionen außer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN entschieden, ein Betriebsgebäude zu planen und zu errichten, welches einen Energiebedarf von 44% des Referenzgebäudes entspricht. Für eine Einordnung sei gesagt, dass mit in Kraft treten des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) Ende 2019 maximal 75% des Referenzgebäudes erreicht werden dürfen. Die von der Mehrheit des Ausschusses favorisierte Planung unterschreitet somit diesen Wert deutlich um 41,33%. Das Gesetz sieht vor, dass die 75% Begrenzung im Jahr 2023 überprüft und dann für die Jahre ab 2024 neu festgelegt werden soll.

3. Das Betriebsgebäude wird nach den Planungen etwas über 3 Mio. € kosten (nicht 2,5 Mio. € wie teilweise berichtet). Von dieser Investitionssumme wird ca. die Hälfte über die Wiederaufbauhilfe Flut seitens Bund und Land getragen, so dass der Restbetrag durch uns, die Bürger, zu tragen ist. Mehrfach wurde seitens der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Gremiensitzungen vorgetragen, dass die Mehrkosten des Wärmeschutzes durch eine Förderung egalisiert würden. Nur gab es im März keine Förderung für solch ein Vorhaben, da Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Grüne) einen Förderstopp für KfW40+ Häuser ausgesprochen hatte. Der Neustart der Förderung am 20.4.22 war nach wenigen Stunden wegen Ausschöpfung der Mittel wieder beendet. Es blieb eine Förderkulisse Effizienzgebäude – Neubau mit der Nachhaltigkeits-Klasse 40 unter Anwendung eines „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“. Hiermit setzte sich der Werksausschuss in seiner Sitzung am 3. Mai 22 auseinander. Problem ist, dass dieses Qualitätssiegel erst noch durch das Bundesbauministerium definiert werden muss. Anschließend müssen die Siegelanforderungen dann in die Planung und Zertifizierung des Gebäudes mit aufgenommen werden. Ein Vorgang also mit großem Potential zur zeitlichen Verzögerung und zur Kostensteigerung. Es ist jedenfalls zu vermuten, dass nachhaltigere Baustoffe nicht preiswerter sein werden als herkömmliche.

Im Fazit ist die CDU der Meinung, dass wir Planungssicherheit und einen zügigen Baufortschritt benötigen. Der beschlossene Planungsansatz führt zu einem energetisch hochwertigen Gebäude, welches dann auch zeitnah realisiert werden kann. Die CDU hat die Entscheidung in Verantwortung für den Bürger getroffen, denn heutige Baukosten sind sicherlich preiswerter als Baukosten in mehreren Monaten, wie wir das täglich den Inflationsnachrichten entnehmen können. Verantwortung aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke, die heute verteilt in Provisorien arbeiten müssen, um unsere Wasserversorgung aufrecht zu halten.
Zu Klimaschutz: Das neue Betriebsgebäude wird durch eine Wärmepumpe klimatisiert, das heißt es wird ausschließlich Strom als Energieträger genutzt. Da die Stadt Sinzig ausschließlich CO2 freien Ökostrom bezieht, verändern 5.000 kWh mehr oder weniger Strombedarf die Klimabilanz des Betriebsgebäudes nicht. Jedoch ist sehr stark zu vermuten, dass höhere Anforderungen an die Gebäudedämmung auch höhere CO2 Belastungen bei den Baustoffen mit sich bringen (sogenannte Graue Energie) und dann könnte dies sogar kontraproduktiv für das Klima sein. Das hat Bundesminister Robert Habeck offensichtlich auch so erkannt und er will daher das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude einführen.
Das neue Betriebsgebäude der Stadtwerke Sinzig wird energetisch effizient sein
und durch eine große Photovoltaikanlage auch eine hohe Autarkie von der Stromversorgung haben. Fossile Energien wie z.B. Gas werden in dem neuen Gebäude der Stadtwerke nicht verbraucht. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verbessern sich deutlich. „Und wichtig ist: mit alle dem kann sofort begonnen werden.“ so Markus Jolas, der gemeinsam mit Norbert Schmickler und Walfried Degen Mitglied der CDU Fraktion im Werksausschuss ist.